Presse über Spielsucht! Aktuelles
AHG Klinik Münchwies aktuell
07.12.2009 – Pathologisches Glücksspiel - Verspielte Lebenszeit
Es ist ein Teufelskreis: Der Glücksspieler riskiert immer mehr,
um beim Glücksspiel alles zuvor Verlorene wieder auszugleichen, um
finanzielle, partnerschaftliche und berufliche Probleme vermeintlich zu
lösen. Aber die Hoffnung trügt fast immer. Glücksspielsüchtige sind
krank, auch wenn dies lange Zeit so nicht gesehen wurde. Ihnen kann in
der Klinik Münchwies der entscheidende Schritt in ein normales Leben gelingen.
Seit 1985 verfügt die
Klinik Münchwies über ein spezielles Behandlungsprogramm für
Glücksspielsüchtige. In den zurück liegenden Jahren ist die
Behandlungsnachfrage ständig gestiegen. Mittlerweile werden jährlich
rund 250 Patientinnen und Patienten, die unter krankhaftem Glücksspielen
leiden hier behandelt. Die Klinik ist damit die größte
Behandlungseinrichtung Deutschlands auf diesem Gebiet. Die hohen
Fallzahlen und die langjährige Erfahrung bedingen ein erprobtes und hoch
differenziertes Behandlungsangebot für Glücksspielsüchtige. So findet
sich hier beispielsweise auch ein spezielles Therapieangebot für Frauen
mit Glücksspielproblematik.
Das Münchwieser Therapiekonzept folgt der Überzeugung, dass ein
Ausstieg aus der Glücksspielsucht nur gelingt bei dauerhaftem
vollständigem Verzicht auf Glücksspiele.
Abstinenz
ist somit ein wesentliches Ziel, für dessen Erreichung der Patient oder
die Patientin Unterstützung erfahren. Dass dieses Konzept aufgeht,
belegen die Ergebnisse von wissenschaftlichen Nachuntersuchungen,
sogenannten Katamnesen. Demnach gelingt es mehr als 60 Prozent aller in
Münchwies Behandelten ihr Leben zukünftig ohne die Sucht nach dem Spiel
zu gestalten.
Zur Erreichung dieses Zieles ist es notwendig, dass der Betroffene
für mehrere Wochen Abstand von seinem gewohnten sozialen Umfeld erfährt
und er stationär nach Münchwies kommt. Dort erfolgt, je nach
Kostenzusage, die Behandlung entweder in der Abteilung für
psychische und psychosomatische Erkrankungen oder in der
Abhängigkeitsabteilung.Unterstützt durch ein sogenanntes multimodales Behandlungsprogramm,
das eine Vielzahl glücksspielerspezifischer Therapieangebote beinhaltet,
kann der Patient die Funktion, die das Glücksspiel in seinem Leben hat
erkennen und notwendige Änderungsschritte in die Wege leiten. Des
weiteren erhält er Unterstützung bei der Bewältigung, der mit seiner
Krankheit einhergehenden Folgeprobleme. Im Vordergrund steht hier meist
die Regulierung von Schulden sowie von Partnerschafts- und beruflichen
Problemen. Für die meisten der Patientinnen und Patienten lassen sich
somit neue Perspektiven entwickeln und Voraussetzungen für ein
zukünftiges glücksspielfreies Leben schaffen.
Die Kosten für eine entsprechende Behandlung übernehmen in der Regel die Rentenversicherungsträger die Krankenkassen. Bei der
Antragstellung helfen Suchtberatungsstellen und niedergelassene Ärzte.
„Ich habe viel zu lange meine Lebenszeit damit verbracht einem
unsinnigen Spiel hinterherzulaufen, bei dem ich am Schluss doch immer
der Verlierer war. Mit der Therapie sind meine Chancen aus dem
Teufelskreis der Sucht auszusteigen und endlich etwas Wirkliches zu
gewinnen deutlich gestiegen“, so formulierte es für kurzem ein
Betroffener. Die Erfahrungen aus 25 Jahren Glücksspielertherapie geben
ihm recht.