Kampf gegen Spielsucht
28.09.2011 - MAINZ/BINGEN Von Alexandra EisenAUTOMATENBRANCHE Firmen wollen mit „Spielerkarte“ Hürden erhöhen
Anlässlich des morgigen bundesweiten Aktionstages zur Prävention gegen
Glücksspielsucht denkt die gewerbliche Spielautomaten-Branche über die
Einführung einer Spielerkarte als Zugangsvoraussetzung für Automaten
nach. Das sagte Christian Arras, Vorsitzender der Geschäftsführung von
NSM-Löwen Entertainment, im Gespräch mit dieser Zeitung. Damit reagiert
die Branche auf die angekündigte Reform des Glücksspiel-Staatsvertrages,
die die Spielsuchtprävention stärker in den Vordergrund rücken will.
Mit der Spielerkarte könne das gleichzeitige Spielen an mehreren
Automaten verhindert und dem Jugendschutz besser Rechnung getragen
werden, so Arras. Außerdem spricht er sich für eine Zertifizierung von
Unternehmen seiner Branche aus. Sie sollen den Nachweis führen, dass
ihre Mitarbeiter zum Thema Suchtprävention und Jugendschutz geschult
worden sind. „Sollte ein unabhängiger Prüfer feststellen, dass das
Servicepersonal einer Spielhalle von dem Thema keine Ahnung hat, könnte
das Unternehmen die Zertifizierung verlieren“, erläutert der
NSM-Löwen-Chef, der die „schwarzen Schafe“ der Branche kritisiert. Das
Unternehmen mit Sitz in Bingen ist der führende Anbieter von
Geldgewinnspiel-Geräten in Deutschland.
Spielsuchtexperten fordern dagegen weitreichendere Maßnahmen zur
Prävention. „Ebenso wie in staatlichen Casinos muss es künftig auch in
gewerblichen Spielhallen eine Ausweispflicht geben“, erklärt Dr. Klaus
Wölfling, psychologischer Leiter der bundesweit bekannten Ambulanz für
Spielsucht der Universitätsmedizin Mainz. Außerdem fordert er die
Einrichtung einer Sperrkartei für Spielsüchtige, die auch für
Spielhallen und die Gastronomie gilt. Bislang können sich Spieler nur in
staatlichen Casinos freiwillig sperren lassen. . Blickpunkt
Glitzerwelt mit Schattenseiten - wie Spielsucht verhindert werden kann, ist umstritten. Foto: Fotolia/AlterfalterVergrößernDiesen Artikel ... |





